Rogue One

Ja, seit Episode VII bin ich nicht mehr nur Star Wars Sympathisant, sondern ein echter Fan geworden.
Umso gespannter war ich jetzt natürlich auf den ersten Film des Franchises, der die Lücke zwischen Episode III und IV schließen soll.
…und er ist wahrlich nicht einfach nur ein Lückenfüller…

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Gleich mal vorab das Hauptmanko des Films (zumindest in Deutschland): Die Synchronisation ist eine einzige Frechheit! So eine lieblos hingerotzte Arbeit habe ich in einem Blockbuster noch nie erleben müssen!
Die Stimmen wirkten austauschbar und im Falle des viel zu kurzen Auftritts von Forest Whitaker geradezu lächerlich – ohne Vorwissen hätte ich eine Star Wars Parodie vermutet. Zum Glück hatte ich mich entweder irgendwann dran gewöhnt oder es wurde wirklich besser. Das werde ich nie herausfinden, da ich den Film nie wieder synchronisiert anschauen werde.

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Nun aber zum eigentlichen Film:
Die exakte Spieldauer beträgt 133 Minuten  – die gefühlte Dauer beträgt eine gute halbe Stunde! Hui, das war pralles temporeiches Actionkino des 21. Jahrhunderts!
Das Drehbuch fackelte nicht lange. Ohne großartiges Vorgeplänkel wurde man sofort mitten rein in die Geschichte geworfen und das war gut so. Das ganze politische Drumherum des Star Wars Universums sollte bekannt sein und bei wem das nicht der Fall ist, dem kann es auch egal sein. Der Film wird trotzdem unterhalten.

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Visuell konnte der Film bei mir voll punkten. Grandiose Bilder von Sternzerstörern schwebend über antiken Städten, gefolgt von einer liebevoll ausgestatteten Rebellenbasis mit einigen bekannten Anblicken, ein gruselig reanimierter Peter Cushing auf dem selten so gigantisch wirkenden Todesstern und last but definitly not least ein atemberaubender Bodenkampf mit u.a. wunderschön inszenierten AT-ATs konnten mich alten Kinohasen noch ins Staunen versetzen.

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Auch die fast unveränderte Optik der Kostüme und Technik der 70er/80er wirkte absolut nicht deplatziert sondern sehr stimmig.

Die Darsteller waren hervorragend ausgewählt – doch leider fast ausschließlich bei den Nebenrollen. Der bereits erwähnte Forest Whitaker als nur kurz angedeuteter Rebelleneremit, Mads Mikkelsen als verzweifelter Erbauer des Todessterns, Ben Mendelsohn als vor Ehrgeiz zerfressener Director Crennic und Donnie Yen als evtl. einziger Jedi des Films konnten mich begeistern – zumindest was man durch die lausige Synchro hindurch erahnen konnte…
Doch warum wurde ein Großteil dieser grandiosen Darsteller regelrecht verheizt? Teilweise nur wenige Minuten Auftritt für Charaktere, von denen man gern mehr wissen wollte!
Und warum machte man sich bei den Hauptdarstellern (sind ja nicht ganz unwichtig für einen Film) und dem Auftreten ihrer Charaktere nicht die gleiche Mühe?
Felicity Jones war entweder total unter- oder überfordert. Darüber muss ich mir nach Sichtung des Films im Original noch klar werden. So wirkte sie austauschbar und als zigfach gesehenes traumatisiertes rebellisches Gör ohne Werte, das ratzfatz zur Rebellion überläuft.
An Captain Cassion Andor kann ich mich jetzt schon zwei Stunden nach dem Film kaum noch erinnern. Kaum Daseinsberechtigung und wurde vom ehemals imperialen Droiden K2SO glatt an die Wand gespielt. Dieser sorgte für einige der wenigen Momente zum Schmunzeln in dem ansonsten eher düsteren Film

Nun zur Story:
Das Grundgerüst der Geschichte war sehr interessant. Endlich wurde erklärt, warum der Todesstern aus Episode IV so eine riesige Schwachstelle hatte.
Jo…das war eigentlich die wichtigste Neuheit für die Saga! Wie die Baupläne des Todessterns zu den Rebellen kamen? Ok, das hat mich nicht so gejuckt.
Aber das Zusammenfinden der rebellierenden Rebellen (!) war unterhaltsam und teilweise witzig geschrieben. Auch war die Mischung der Charaktere sehr gut gewählt.
Aber musste man sie wirklich alle massakrieren? Also wirklich alle!!!
Das war schon eine schwere Kröte für mich zu schlucken, da dies im SW-Universum doch recht ungewohnt war. Es hat aber natürlich schon zur Story des Films gepasst – und natürlich auch dazu, dass keiner der Charaktere in den chronologisch nachfolgenden Filmen auftaucht.

Für mich sehr versöhnlich war dann das letztendliche Finale auf dem Rebellen-Zerstörer. Als erstmals im Film ein Lichtschwert (natürlich von Darth Vader) die Dunkelheit durchschnitt, bekam ich Gänsehaut. Und die nahezu direkte Anbindung an die Ausgangssequenz von Episode IV, sowohl storytechnisch wie auch optisch war ein genialer Kniff in die emotionale filmische Trickkiste, der mich begeistern konnte.

Wie ihr sehen könnt, bin ich hin und her gerissen bei meiner Kritik. Eine endgültige Meinung kann ich mir wohl erst nach dem nächsten Mal Anschauen bilden.
Rogue One ist auf jeden Fall ein Film, der mich erst mal überrollt und beeindruckt hat und der nachwirkt. Das kann ich wahrlich nicht von vielen Filmen behaupten.
Und es war einfach wieder schön, wie schon bei Episode VII, so viele altbekannte Landschaften, Schiffe, Klänge und Kreaturen zu sehen.

Dann lassen wir mal Episode VIII kommen!

 

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Garden State

Ja, Zach Braff ist als JD in „Scrubs“ einfach grandios. Umso gespannter war ich, wie sein Drehbuch- und Regiedebüt, in dem er auch die Hauptrolle spielt, bei mir ankommen würde. Es vergingen jetzt dann aber doch einige Monate, bis ich mich der BluRay widmete.

New Jersey als Handlungsort wird in den USA als Garden State bezeichnet. Hierhin kehrt der Protagonist Andrew nach neun Jahren zurück, als seine Mutter überraschend verstirbt.
Während er versucht, seinem Vater aus dem Weg zu gehen, trifft er seine alten Schulfreunde und lernt die ungewöhnliche Samantha kennen und lieben.

Der komplette Handlungsstrang des Films wirkt sehr dünn, doch scheint die Priorität von Braff viel stärker auf Bildern und Dialogen zu liegen. Ein visuelles Kunstwerk ist ihm auf jeden Fall gelungen.
Man sollte, sofern das überhaupt möglich ist, dem Film ohne jegliche Erwartung entgegen treten. Das Drehbuch umschifft nahezu alle Klischees und jede Erwartungshaltung des Publikums. Die Erzählweise ist extrem langsam und mit skurrilen Einfällen im Minutentakt gespickt.
Natürlich lebt der Film von seinen tollen Darstellern. Neben Zach Braff spielen Natalie Portman, Peter Sarsgaard und Ian Holm die Hauptrollen – und wie man in den Extras erfährt ohne eine Gage erhalten zu haben! Da kein Studio den Film produzieren wollte, hatte Braff nicht mal drei Millionen Dollar und eine Drehpause bei „Scrubs“ von 25 Tagen zur Verfügung!

Dafür ist ihm ein besonderer Film gelungen, für den man aber unbedingt in entspannter bzw. melancholischer Stimmung sein sollte. Der Soundtrack ist hervorragend ausgewählt, doch das Drehbuch ist nicht leicht zu konsumieren und entfaltet wohl auch erst beim zweiten Mal die volle Wirkung.
Ich werde den Film auf jeden Fall noch ein weiteres Mal anschauen.

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Thor

Ja, nach dem „Captain America“-Desaster tat ich mir schwer, einem weiteren Avenger eine Chance zu geben. Die anzunehmende Qualität der Darsteller und ein Hauch von Nostalgie (hab als Kind die Thor-Comics gelesen) brachten mich dazu, die BluRay zu kaufen.

Meine grösste Sorge war, daß ein hammerwerfender Kraftprotz heutzutage sehr lächerlich wirken könnte. Gerade bei „Captain America“ konnte man sehen, daß nicht alle Marvel-Helden noch in der heutigen Zeit funktionieren. Zu meiner grossen Überraschung war dies das kleinste Problem des Films, bzw. sogar richtig cool inszeniert!
Viel problematischer war, daß weder Regisseur noch Drehbuchautoren eine fesselnde Handlung zusammenhalten konnten!
Die erste halbe Stunde war das langweiligste Stück Kino der letzten Jahre. Die Optik völlig überdreht (weil’s der Programmierer halt cool fand), die Handlungsweise der Protagonisten kaum nachvollziehbar und mal wieder eine hektisch geschnittene Schlacht um Mittelerde, äh, irgendeinen drecksdunklen Planeten. Unter modernem und innovativem Blockbusterkino stelle ich mir was anderes vor.

Bei der Ankunft Thors auf der Erde blitzt kurz das wahre Potential der Handlung auf. Plötzlich ist da Humor im Spiel, die Kollision zweier Welten wird angedeutet und man glaubt, nun haben alle die Kurve gekriegt. Doch alles wird der nächsten Actionszene untergeordnet und innerhalb von zehn Minuten fühlt sich ein ausserirdischer Gott auf der Erde des 21. Jahrhunderts wie zu Hause.
Das Drehbuch basiert auf einer Story von J. Michael Straczynski, dem Produzenten und Autoren von „Babylon 5“. Weitere grosse Namen wie Regisseur Kenneth Branagh, Darsteller Natalie Portman, Anthony Hopkins, Stellan Skarsgard und Rene Russo boten eine grosse Chance, wirkten jedoch völlig unterfordert. Mit Chris Hemsworth ist die Rolle des Thor sogar perfekt besetzt! Aber die tollen Darsteller scheinen nur Füllwerk zwischen den mit CGI vollgepfropften Actionszenen zu sein. So wird dem Film jegliche Seele ausgetrieben.
Geradezu dämlich wirkt jedoch Thors Gegenspieler Loki, dessen Auftritt mich an einen nervtötendenTeenie erinnerte, der sich trotzig zwei Kuhhörner auf den Kopf genagelt hat. Und dies ist der Böse im grossen „Avengers“-Abräumer? Mir schwant nichts Gutes.

Spätestens nach Sichtung der geschnittenen Szenen wurde mir klar, daß „Thor“ unter dem Nemesis-Virus krankte. Auch beim zehnten Star Trek Film wurden zahllose Charakterepisoden herausgeschnitten, um das Tempo zu erhöhen. Genau dies war auch hier der Fall. Was bringt Tempo ohne Anteilnahme?

„Thor“ hätte ein grandioser Actionfilm werden können. Leider fiel die Kreativität den CGI-Szenen zum Opfer. An den Kinokassen war er trotzdem ein Erfolg. Hoffen wir, daß der bereits geplante „Thor 2“ mehr zu bieten hat.

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Harry Brown

Ja, da habe ich mich heute an eine BluRay gewagt, die schon länger bei mir im Regal schlummerte, da ich nie in Stimmung war, mich mit der vermuteten Kontroverse der Geschichte auseinander zu setzen. Nun war es endlich soweit.

Die Geschichte handelt von Harry Brown, einem frisch verwitweten Rentner, der in einem sozialen Brennpunkt von London lebt. Als junger Mann war er lange als Elitesoldat in Nordirland stationiert, wandte sich dann jedoch von Gewalt und Kampf ab, als er seine Frau kennenlernte.
Sein Viertel wird von einer Strassengang drangsaliert, die im Laufe des Films Harrys letzten Kumpel zu Tode prügelt, weil er sich wehren wollte. Harry sinnt auf Rache und beginnt mit voller Gewalt zurück zu schlagen.

Das hört sich erst mal nach einer klassischen „Ein Mann sieht rot“-Handlung an. Ist es vom Grundprinzip her auch, jedoch sehr modern und sehr britisch umgesetzt. Speziell die erste Hälfte des Films hinterlässt einen fast dokumentarischen Eindruck über den Zustand mancher großstädtischen Brennpunkte.
Auch wenn auf zu sehr visualisierte Gewalt zu meinem Glück verzichtet wurde, zeigt Regisseur Daniel Barber sehr kalt die alltägliche Gewalt auf der Strasse. Kalt ist auch der beste Begriff für die Darstellung der Stadt. London ist hier eine graue, graffitiverschmierte Betonwüste, die überall kurz vor dem Zerfall zu stehen scheint.

Wie nicht anders zu erwarten, dominiert Michael Caine den kompletten Film. Und damit hat der Film richtig Glück gehabt! Mit einem unspektakuläreren Hauptdarsteller wäre dieser britische Streifen in den B-Movie-Regalen verschwunden. Erst Michael Caine treibt mit seinem von Frustration gezeichneten Minenspiel den gesamten Film zu Höherem.
Ein grosses Problem bleibt jedoch nach dem Finale zurück: Die Botschaft des Drehbuchs!
Im ähnlich angesiedelten Gran Torino von Clint Eastwood wurde das Thema Selbstjustiz sehr intelligent im Rahmen der Notwehr bzw. ohne Anwendung von Gewalt verpackt. In „Harry Brown“ muss sich das Drehbuch von mir den Vorwurf der Verherrlichung von Selbstjustiz gefallen lassen! Speziell die letzten Sekunden des Films vermitteln visuell die Botschaft: „Nimm das Gesetz in die Hand und die Welt wird gut!“ Da haben es sich Drehbuchautor und Regisseur leider etwas zu leicht gemacht.

Trotzdem bleibt „Harry Brown“ ein sehr drastischer aber unterhaltsamer Film, der Michael Caine in seiner vollen Blüte zeigen kann. Allein das war den Kauf wert.

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Torchwood – Miracle Day

Ja, ich war ziemlich nervös, wie die vierte Staffel von Torchwood verlaufen würde. In den Foren und auf Facebook zeigten viele Fans ihren Unmut vor allem über das Finale der Staffel. Heute habe ich nun die letzte Scheibe der BluRay-Box angeschaut.

Die dritte Staffel „Children of Earth“ war in Grossbritannien mit fast 30% Einschaltquote ein Strassenfeger und auch in Deutschland für RTL2 ein grosser Erfolg. In „Miracle Day“ wird nun erneut eine episodenübergreifende Geschichte erzählt. In diesem Fall werden die letzten beiden Torchwood-Mitglieder damit konfrontiert, daß von einer Sekunde auf die andere auf der gesamten Welt kein Mensch mehr stirbt! Man kann weiterhin verletzt werden, erkranken und man altert – stirbt aber nicht mehr.

Was wurde vorab diskutiert, weil Torchwood nun ausser von der BBC auch vom amerikanischen Sender Starz produziert wurde. Natürlich ist der amerikanische (und damit mainstreamige) Einfluss spürbar. Trotzdem blieb für mich der etwas „andere“ Grundcharakter der Serie erhalten. Es gab weiterhin drastische Charakterentwicklungen, skurrile Ideen und einen geheimnisvollen Jack Harkness, der sich homoerotisch austoben durfte (ich kann mir nicht vorstellen, daß alle betreffenden Szenen so in den USA über den Bildschirm flimmerten).


Die britische Hauptdarstellerriege wurde um Mekhi Phifer ergänzt, den ich seit „ER“ toll finde und der sehr gut zur bekannten Mannschaft passte. Dann muss natürlich der grossartige Bill Pullman erwähnt werden! Ich kannte ihn nur als Präsidenten in „Independence Day“ oder als Softie in „Während Du schliefst“. Und dann dieser Auftritt! Ein psychopathischer Kinderschänder mit einer richtig fiesen Fresse, der die Todesstrafe überlebt – die Rolle seines Lebens! Da störte es kaum, daß sein Charakter völlig unnötig für die Gesamthandlung war. Es war eine Freude, seinem Minenspiel zuzuschauen!

Der Staffel war das höhere Budget dank US-Beteiligung deutlich anzusehen. Sowohl Ausstattung wie auch Effekte waren absolut auf Höhe der Zeit. Bis zu den kleineren Nebendarstellern wurde eine tolle Besetzung mit teilweise recht bekannten Namen geboten. Für Star Trek Fans gab es zudem Auftritte von Nana Visitor und John DeLancie.

Natürlich gibt es einige Logiklöcher. Das ist ja schon fast eine feste Tradition bei Torchwood wie auch bei Doctor Who. Zum Beispiel wurde mir nicht klar, was Jacks enttäuschte Liebschaft Angelo für einen Sinn hatte. Genauso ist die Unsterblichkeit von Rex nicht nachvollziehbar. Aber vielleicht hilft uns da eine eventuelle fünfte Staffel weiter.
Auch mit der Auflösung des Phänomens konnte ich sehr gut leben. Die Idee dahinter war natürlich britisch skurril und passte daher für mich sehr gut zur Gesamtstimmung der Serie.
Ich hoffe auf eine Fortsetzung von Torchwood, denn noch längst ist nicht alles über Jack Harkness erzählt – da bin ich mir sicher!

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The Prestige – Die Meister der Magie

Ja, manchmal dauert es bei mir auch bei hochgelobten Filmen etwas länger, bis ich sie mir anschaue. Gestern Abend war dann endlich „The Prestige“ von Batman-Regisseur Christopher Nolan fällig.

Viele Jahre hatte ich schon immer wieder mal kurze Ausschnitte des Films gesehen, die mich sehr neugierig machten aber tlw. auch abschreckten. Erst als ich wenige Szenen von Hugh Jackman mit David Bowie als Nikola Tesla sah, wusste ich, daß ich diesen Film irgendwann anschauen muss.

Gestern Abend war also endlich die BluRay fällig. Und ich wurde nicht enttäuscht – ganz im Gegenteil!

Der nahezu lebenslange Wettstreit zweier Magier in der Zeit um die Wende des 19. zum 20. Jahrhunderts wusste von den ersten Minuten an zu faszinieren. Eine meiner Sorgen, daß der Extremschauspieler Christian Bale einen zu grossen Kontrast zum eher klassischen Darsteller Hugh Jackman bilden würde, erwies sich als belanglos. Die beiden waren perfekt ausgewählt für ihre Rollen.

Visuell ist der Film von Christopher Nolans Bildsprache geprägt, deren optische Wucht fast permanent auf den Zuschauer eintrommelt, so wie er es auch in seinen Batman-Filmen und „Inception“ zeigen konnte. Alle diese Filme verbindet ein extrem markanter Stil in der Art der Ausstattung und der Auswahl der Locations. Faszinierend ist auch, daß der Film keinem Genre zuzuordnen ist. Mal ist er Historiendrama, mal Mystery-Krimi und dann zum Teil sogar Science Fiction. Doch das ist schon fast zu viel Information, ohne eine Menge zu verraten.

Der Auftritt von David Bowie als Nikola Tesla in der Mitte des Film ist wie von mir erwartet ein Highlight, sowohl vom Darstellerischen (obwohl er den kroatischen Akzent nicht gut kopiert) als auch vom Fortschritt der Handlung. Es war sehr schön, den alten Knochen mal wieder in einer tollen Filmrolle zu sehen.

Die restlichen tragenden Rollen sind mit Michael Caine und Scarlett Johannson sehr gut und glaubwürdig besetzt. Gerade Michael Caine zeigt mit seinem Alterswerk einen sehr guten Geschmack bei der Drehbuchauswahl.

Während des gesamten Films dürfte dem Zuschauer klar sein, daß er auf ein „überraschendes“ Finale zusteuern dürfte.
Doch dieser Ausdruck würde dem Filmende nicht gerecht. Nolan gelingt es, über die letzte Viertelstunde einen Handlungsknaller nach dem anderen abzufeuern. Ich hatte in der zweiten Hälfte, wie wahrscheinlich so viele, auch ein paar Theorien über die Auflösung im Kopf – ich war aber immer nur nah dran.

Und die letzten 15 Minuten machen in diesem Fall aus einem ungewöhnlichen aber sehr unterhaltsamen Film ein Meisterwerk der Filmgeschichte, das beim zweiten Anschauen nicht mehr der selbe Film sein wird!

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Freundschaft Plus (No Strings Attached)

Ja, ich hab mal wieder was Romantisches angeschaut! Zu meinem Filmgeschmack stehe ich absolut – außerdem mag ich sowohl Natalie Portman wie auch Ashton Kutcher!

Adam und Emma begegnen sich seit ihrer Jugend alle paar Jahre. Irgendwann entwickelt sich eine sexuelle Beziehung, bei der es speziell der distanzierten Emma sehr wichtig ist, daß Liebe keine Rolle spielen soll.

Ja natürlich kommt es, wie es kommen muss! Aber die Art, wie der Film das ganze Thema aufbereitet, war wirklich toll.
Die beiden Hauptdarsteller wirken sehr frisch und werden von tollen Nebendarstellern unterstützt, allen voran Kevin Kline als Adams Vater. Er ist einfach grandios und das Comedy-Highlight des Films.
Regisseur Ivan Reitman (Ghostbusters, Zwillinge, Kindergarten Cop) gelingt es hervorragend, die Handlung romantisch, witzig, sehr kurzweilig und das bei gleichzeitig sehr angenehmem Realismus über die 108 Minuten voran zu treiben.

…und Natalie Portman ist richtig schnuckelig!

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Once upon a time

Ja, es ist sehr schwer, die Handlung dieser Serie zu beschreiben, ohne daß es total bekloppt klingt. Trotzdem glaube ich, hier mit einer echten Serienperle begonnen zu haben!

Die Serie handelt von der hochbegabten Kopfgeldjägerin Emma Swan, an deren 28. Geburtstag ihr vor 10 Jahren zur Adoption freigegebener Sohn in ihr Leben tritt und ihr erzählt, daß sie die Tochter von Schneewittchen ist! Ja, das ist wirklich die Grundhandlung und ernst gemeint!
Ihr Sohn lebt in einem kleinen Ort in Maine, in dem die Zeit eingefroren sein soll und alle Einwohner ehemalige Märchengestalten sind aber sich aufgrund eines Fluchs nicht daran erinnern können.

Ja, das ist starker Tobak! Umso erstaunlicher ist der hohe Unterhaltungswert der ersten Episoden. Die Handlung springt zwischen früherem „Märchenreich“ und Gegenwart hin und her und erschliesst so langsam die Hintergründe.

Die Hauptdarsteller sind sehr gut ausgewählt und waren mir bis auf Robert Carlyle als Rumpelstilzchen bzw. Mr. Gold völlig unbekannt.
Es gelingt der Serie erstaunlich gut, das Märchenreich sehr „realitätsbezogen“ zu zeigen, ohne den märchenhaften Charakter zu zerstören. Genau so ist der Ort Storybrooke in Maine leicht romantisiert dargestellt, was einen surrealen Eindruck hinterlässt.

Fazit: Eine grandiose und mutige Ausgangsidee, die mit charmanten Darstellern mit Leben gefüllt wird. Die zweite Staffel wurde kürzlich in Auftrag gegeben.
Ich hoffe nur, daß die Handlung nicht bis aufs Letzte ausgequetscht wird. Die Grundidee fordert einen klaren Handlungsbogen und vor allem einen Abschluss! Hoffen wir mal auf die Vernunft der kreativen Köpfe.

http://de.wikipedia.org/wiki/Once_Upon_a_Time

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Sommer in Orange

Ja, das ist jetzt schon die zweite bayerische Komödie bei mir innerhalb kürzester Zeit! Und sie ist auch wieder von Marcus H. Rosenmüller, dem Regisseur von „Wer früher stirbt ist länger tot„.

Der Film von 2011 spielt in einem fiktiven bayerischen Dorf, in dem im Jahr 1980 eine Gruppe Bhagwan-Anhänger einen alten Bauernhof erbt und dort einzieht.

Es gelingt dem Regisseur und den Darstellern wunderbar, die Gegensätze und Schrulligkeiten beider Seiten zu zeigen, ohne diese in die Lächerlichkeit zu ziehen – auch wenn man hin und wieder gerade mal noch die Kurve kriegt. Das Interessante war für mich, daß mir manchmal die eingefahrenen Traditionen der bayerischen Ureinwohner befremdlicher vor kamen, als die Rituale der abgehobenen Hippie-Übrigbleibsel!
Leider fehlt dem Film die Bissigkeit und der schwarze Humor seines Vorgängers. Nur in ganz wenigen richtig frechen Szenen zeigt sich, wozu der Regisseur imstande ist. Der restliche Film ist aber trotzdem amüsant und tlw. auch sehr aufschlussreich über die Stimmung im Deutschland der Endsiebziger/Achtziger.
Da die Autorin des Films selbst in einer bayerischen Bhagwan-Kommune aufgewachsen ist, fürchte ich, daß das meiste Gezeigte der Realität entsprach.

Die BluRay ist erwartungsgemäß qualitativ einwandfrei und mit zahlreichen Extras wie geschnittenen Szenen, Outtakes, Making-Of und einer Doku über die stets markante Musik in den Rosenmüller-Filmen ausgestattet. Witzig ist auch die Option der Hochdeutsch-Untertitelung für die bayerischen Sequenzen – war bei mir aber nicht nötig.

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The Blues Brothers

Ja, das ist ein echter Kultfilm der 80er, den ich mir heute auf BluRay angeschaut habe. Ich war sehr gespannt, wie der Film nach bestimmt 15 Jahren auf mich wirken würde.

Ich konnte feststellen, daß der Film mit dem Alter an Attraktivität gewinnt. Damit meine ich nicht das Alter des Films sondern mein eigenes Alter. So langsam kennt man jeden Gaststar, der in dem über zweistündigen Werk von Dan Aykroyd und John Landis einen noch so kurzen Auftritt absolviert. Und auch die Musik rückt mir langsam näher.
Von der DVD-Variante habe ich schon viel Schlechtes gelesen. Die BluRay kann ich problemlos empfehlen. Für einen Film dieses Alters sind Bild- und Tonqualität einwandfrei aufbereitet worden. Als Bonusmaterial gibt es ein sehr ausführliches Making Of, eine Doku über die Musik und eine über den früh verstorbenen John Belushi.

Optimalerweise geniesst man den Film bei einem gemütlichen Abend mit Freunden in Partylaune. Eine tiefsinnige Analyse der Story, um die Brüder Blues, die ihre alte Band zusammen trommeln, um ihr altes Waisenhaus zu retten, landet zwangsläufig in zahllosen Logiklöchern. Darum geht es bei „The Blues Brothers“ aber auch gar nicht.
Der Film war Höhepunkt eines Blues Brothers – Hypes, der 1977 mit der Show „Saturday Night Live“ seinen Anfang nahm. Hier traten Dan Aykroyd und John Belushi mehrfach als Elwood und Jake Blues auf. Eher als Gag gedacht war dann der Auftritt als Vorgruppe von Steve Martin. Das daraus entstandene Livealbum wurde in den USA ein Riesenhit und die Band ging auf Tour. Ende der 70er entwickelte dann Dan Aykroyd das Drehbuch zum Film, das John Landis dann verfilmte.

Der Film hat 1980 ca. 27 Mio. $ gekostet. Das war damals eine richtig ordentliche Summe in Hollywood und ist dem Film in den Actionszenen deutlich anzusehen. Es wurde weder an Material noch an Statisten gespart. Trotzdem steht über die komplette Handlung hinweg rein der Spass im Vordergrund. Der Spass an Musik, der Spass an Slapstick und vor allem zum Finale hin der Spass an automobilen Materialschlachten. Die musikalischen und cineastischen Gaststars (Ray Charles, James Brown, Aretha Franklin, Carrie Fisher uvm.) werten den Film zusätzlich auf.

Und endlich habe ich beim Finale Steven Spielberg in seiner kleinen Rolle erkannt…

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