Archiv für Oktober 2011

The Walking Dead

Ja, ich habe hier schon mal geschrieben, daß Zombies und Horror nicht so meine Geschmacksrichtung sind. Trotzdem habe ich gestern den Anfang der Serie „The Walking Dead“ auf Fox angeschaut.

Ich hatte vorab schon einiges über die Serie gehört. Basierend auf einem Comic, wird die Zeit nach dem Ausbruch einer Seuche gezeigt, die fast alle Menschen in Zombies verwandelt hat. Hauptdarsteller Andrew Lincoln spielt einen ehemaligen Sheriff, der zusammen mit weiteren Überlebenden auf der Suche nach einem sicheren Zufluchtsort ist.

Andrew Lincoln fand ich schon in „Tatsächlich…Liebe“ richtig toll. Auch hier ist er die perfekte Besetzung für die Rolle des verzweifelten aber tatkräftigen Polizisten. Auch die weiteren Darsteller sind sehr gut ausgewählt.
Produziert wird die Serie u.a. von Gale Anne Hurd (Terminator, Aliens, Abyss) und Frank Darabont, dem Regisseur von „Die Verurteilten“ und „The Green Mile“, der beim Pilotfilm auch Autor und Regisseur in Personalunion war.

So sehr ich die Filme von Frank Darabont liebe (in meinen persönlichen Top 10 sind drei Filme von ihm), so wenig kann er diese toll gemachte Serie für mich retten. Freunde des Splatters können hier aufjohlen – die FSK18-Einstufung in Deutschland ist absolut gerechtfertigt. Es wird  gemeuchelt was die Sendezeit hergibt. Der Wille zum Tabubruch im Fernsehen ist deutlich zu spüren und es wird mir alles doch in einer etwas zu detaillierten Effektverliebtheit gezeigt.

Mein Fazit: Tolle Schauspieler, grandiose Effekte, gute Drehbücher – aber mir zu eklig und zu gruselig.

-Update-
Die Serie hat mir keine Ruhe gelassen. Ich habe mir nun die erste Staffel auf BluRay geholt und die sechs Episoden komplett angeschaut. Der Ekelfaktor hielt sich dann doch stark in Grenzen und die Charaktere rückten stärker in den Vordergrund.
Sicherlich unterstützt von der Musik von Battlestar-Komponist Bear McCreary, erinnerten mich die Charakterzeichnungen und auch die Drehbuchwendungen stark an den SciFi-TV-Meilenstein „Battlestar Galactica“. Es gibt auch hier sehr realitätsnah fast nur „graue“ Protagonisten. Es gibt kaum schwarz/weiss-Darstellungen. Das gefällt mir sehr sehr gut.
Ich freue mich schon auf die zweite Staffel – das dürfte toll werden!

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Die Verurteilten (The Shawshank Redemption)

Ja, wenn Frank Darabont sich an Stephen King wagt, sind meine Erwartungen seit „The Green Mile“ recht hoch. Dank der aktuellen BluRay-Aktion bei Amazon hat es sich nun ergeben, daß ich endlich den so oft als „besten Film aller Zeiten“ betitelten Streifen anschauen konnte!

„The Shawshank Redemption“ spielt über einen Zeitraum von 20 Jahren und erzählt die Geschichte von Andy Dufresne, der 1947 für den Mord an seiner Frau und ihres Geliebten zu zweimal Lebenslänglich verurteilt wird. Im Gefängnis lernt er „Red“ kennen und über die Jahre entsteht eine tiefe Freundschaft.

Ich bin ein großer Fan von „The Green Mile“ mit Tom Hanks, der ebenfalls nach einer Geschichte von Stephen King von Frank Darabont verfilmt wurde. Vielleicht ist mein Problem, dass ich diesen fünf Jahre später entstandenen Film zuerst sah. „The Shawshank Redemption“ ist auch wunderschön gefilmt und vertont, perfekt besetzt und vermeidet nahezu jedes Klischee. Für die totale Begeisterung fehlten mir jedoch die Emotionalität und die großen Bilder von „The Green Mile“.
Es gibt viele tolle Szenen. Tim Robbins und Morgan Freeman spielen wunderbar aber ich brauche einfach auch ein paar große Momente. Da darf der Komponist ruhig die Sau rauslassen und die Schauspieler alles geben. Das hat mir gefehlt. Es war einfach ein durch und durch ruhiger Film.

Trotzdem war es ein richtig schöner Film, der mich über 140 Minuten in seinen Bann ziehen konnte. Wer weiss, wie ich empfunden hätte ohne das Wissen um die spektakulären Kritiken. Wahrscheinlich ist hier notwendig, den Film irgendwann ein zweites Mal anzuschauen. Es war ja wahrlich keine leichte Kost.
„The Shawshank Redemption“ wird mich aber nicht lange in Gedanken verfolgen – und das ist aber das, was für mich das ganz große Kino ausmacht.

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Willkommen bei den Sch’tis

Ja, ich habe normalerweise so meine Probleme mit französischem Filmhumor. Auch die Tatsache, daß 20 Mio. Franzosen diesen Film zum erfolgreichsten aller Zeiten in Frankreich gemacht haben, konnte mein Misstrauen nur leicht abschwächen.

Die Geschichte des Postbeamten, der aus dem sonnigen Süden in die nordfranzösische Provinz versetzt wird, konnte mich jedoch nach den ersten irritierenden 15 Minuten schnell in ihren Bann ziehen.
Da mein Französisch mittlerweile doch sehr eingerostet ist (hüstl), habe ich den Film synchronisiert angesehen. Was hier geleistet wurde, grenzt an ein Meisterwerk! Für den Sch’ti-Dialekt wurde eine eigene Kunstsprache entwickelt und Gott sei Dank kein deutscher Dialekt zweckentfremdet. Die zahlreichen „Sch“- und Zischlaute erinnern zwar manchmal ein wenig ans Schwäbische, orientieren sich aber sehr dicht an den Eigenheiten des Ch’ti-Dialekts im französischen Original.

Dany Boon, in Personalunion Regisseur, Autor und Hauptdarsteller, gelingt es wunderbar, die Albernheiten zahlreicher französischer Komödien der letzten beiden Jahrzehnte hinter sich zu lassen. Über die komplette Länge des Films entwickelt er eine zunehmende Wärme und auch Ernsthaftigkeit. Dies alles wird durch ein großartiges Schauspielerensemble unterstützt.
Auch die deutschen Stimmen passen sehr gut. Sogar Christoph Maria Herbst wird sehr schnell als Dany Boons Stimme akzeptiert und Michael Lott als Stimme von Kad Merad ist für mich seit den Mark Brandis Hörspielen sowieso ein Ohrenschmaus.

Alles in allem ein weiterer wunderschöner moderner Höhepunkt des europäischen Kinos. Gut gemacht, Dany Boon!

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