Archiv für Dezember 2011

Salt

Ja, ich bin kein grosser Fan von Angelina Jolie. Sie wirkt auf mich oft sehr arrogant und auch optisch ist sie mir mittlerweile viel zu dürr. Trotzdem hat der Trailer zu „Salt“ mein Interesse geweckt und so habe ich heute bei der BluRay zugeschlagen und den Film auch gleich im Director’s Cut vernascht.

Die Vorabinformationen lassen einen klassischen Actionthriller erwarten, in dem die Hauptdarstellerin beweisen muss, daß sie kein russischer Schläfer ist. Doch weit gefehlt!
Mehrfach während des Films bleibt man als Zuschauer baff zurück, angesichts des Mutes der Autoren. Auch der evtl. erwartete „No Way Out“-Effekt ist falsch geraten. Die Handlung lebt fast ausschliesslich von den überraschenden Wendungen und Entscheidungen des Hauptcharakters. Nicht alles ist einfach zu schlucken und auch mangelnder Realismus bei Verfolgungsjagden (die Seuche des modernen Kinos) muss hingenommen werden.

Trotzdem konnte der Film mich fesseln und auch Angelina hat sehr gut zu der Rolle gepasst. Selten konnte ich so schlecht die weitere Entwicklung des Drehbuchs vorhersehen. Auch das Finale lässt noch sehr viel offen und ein Sequel ist erfreulicherweise für 2012 in Planung.

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Ein Kommentar

Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit

Ja, ich liebe Geschichten mit Zeitreisen! Eine Bruckheimer-Produktion unter der Regie von Tony Scott stellt hier erwartungsgemäß eine gewisse Herausforderung dar.

Ein ATF-Agent versucht in New Orleans einen Terroristen zu finden, der eine Fähre mit über 500 Menschen in die Luft gejagt hat. Hierbei stösst er auf eine Spezialeinheit des FBI, die viereinhalb Tage in die Vergangenheit sehen kann.

Soweit schon mal vorab: Tony Scott und Jerry Bruckheimer sind die Meister der visuellen Ästhetik. Der Film ist durchzogen von Zeitlupen, Rotbraunfiltern und schwarzen Hubschraubern knapp über dem Boden. Man kann zudem von Glück für den Film sprechen, daß sich die Drehbuchschreiber nicht ganz auf den SciFi-Effekt der Handlung verlassen. Denn bei nahezu allem, das sich um die Zeitreisedetails dreht, muss man als Zuschauer einfach auf irgendwas Stabiles beissen und es über sich ergehen lassen.
Ein Wurmloch, das den Raum faltet…OK, kann man mit leben – aber was hat das mit Zeitreise zu tun? Ein Laserpointer, der auf ein Display gerichtet in die Vergangenheit strahlt…OK, Augen zu und durch. Ein wahnsinnskomplizierter und energieaufwändiger Vorgang lässt die Jungs gerade mal ein paar Tage in die Vergangenheit schauen ohne Aufzeichnungsmöglichkeit – und dann kann man plötzlich den ganzen Burschen zurück schicken…OK, Augen zu und durch. Man könnte hier noch so einiges aufzählen.

Jetzt könnte man meinen, der Film wäre totaler Käse. Ich muss jedoch gestehen, daß er mich auch beim zweiten Mal immer noch gefesselt hat. Der Südstaatenflair von New Orleans gerade nach Katrina verleiht dem Film eine ungewöhnliche Note und auch Denzel Washington spielt routiniert den Ermittler mit scharfem Verstand. Die Effekte sind klasse und zurückhaltend eingesetzt. Die Geschichte kann mit mehreren Wendungen und einem Finale überraschen, das einen wirklich am Sessel kleben lässt.
Auch die Szene mit der „mobilen Einheit“ habe ich intellektuell noch nicht verarbeiten können, es war jedoch richtig fetzig, wie der Hauptcharakter durch die Strassen New Orleans brettert, mit dem Verkehr der Vergangenheit auf dem einen Auge – coole Idee, ohne viel Wissenschaft dahinter.

„Déjà Vu“ ist ein Film, der in Erinnerung bleibt, jedoch noch so viel mehr sein könnte, wenn man etwas mehr Wert auf die Logik gelegt hätte. So ist es „nur“ ein fesselnder Thriller mit SciFi-Elementen und wunderschönen Bildern.

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Die Glücksritter (Trading Places)

Ja, ich mag den Eddie Murphy der 80er-Jahre in fast allen seinen Filmen. In „Die Glücksritter“ landet er mit seiner erst zweiten Hauptrolle gleich mal einen Oberknaller!

Das Drehbuch ist aktueller denn je: Zwei reiche alte Knacker wetten aus Langeweile darum, ob es Ihnen gelingt aus ihrem verhätschelten Schützling einen gewalttätigen Penner und aus einem ärmlichen Bettler einen erfolgreichen Geschäftsmann zu machen.

Dies ist einer der Filme, der bis in die letzte Nebenrolle grandios besetzt wurde. Eddie Murphy spielt hier noch in Bestform den im Herzen grundehrlichen Ganoven und Dan Aykroyd kann sich hier in zahllosen Szenen komödiantisch austoben. Die beiden „Alten“ Don Ameche und Ralph Bellamy haben sichtlich Spass an ihren Rollen. Speziell Don Ameche konnte in den 80ern noch weitere Hits wie die beiden „Cocoon“-Teile landen. Beide Darsteller und Charaktere tauchen erneut kurz als Cameo in „Der Prinz aus Zamunda“ auf.
Jamie Lee Curtis als liebenswerte Prostituierte zeigt sich hier noch ungewohnt „zeigefreudig“, ist aber nicht nur deswegen ein Schmankerl. Auch Denholm Elliot (Indy 1+3) als Butler Coleman kann mimisch so manche Szene aufwerten.

Der Film haut natürlich seine moralische Botschaft den Zuschauern mit dem grossen Hammer um die Ohren. Da an der gezeigten Willkürlichkeit des wirtschaftlichen Erfolgs aber sicherlich etwas dran ist, verzeiht man dies sehr gerne den Autoren. Alles in allem ist „Die Glücksritter“ eine schöne altmodische Komödie, mit ein paar kapitalismuskritischen Anflügen und tollen Darstellern!

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Love Actually (Tatsächlich…Liebe)

Ja, ich liebe Episodenfilme, die sich am Ende zusammenfügen. Und ich mag Schnulzen, Weihnachtsfilme, Hugh Grant, Bill Nighy, Keira Knightley, Liam Neeson, Alan Rickman und Colin Firth. Wie soll da eine objektive Bewertung dieses Films auch nur ansatzweise möglich sein?

Ich habe „Love Actually“ heute weiss Gott nicht zum ersten Mal gesehen. Er dürfte nach „Spione wie wir“ mein meist gesehener Film sein – zu Weihnachten ist er mittlerweile ein absolutes Muss.

Der Film ist nicht perfekt, doch Drehbuchautor/Regisseur Richard Curtis und das Who’s who der britischen Darstellerwelt sorgen dafür, daß einem dies völlig schnuppe ist! Ich würde die über 2 Stunden noch am objektivsten als populistisch beschreiben. Das Drehbuch möchte mit aller Gewalt die Wünsche des Zuschauers erfüllen – und ich liebe den Film dafür!
„Love Actually“ ist eine emotionale Achterbahnfahrt teils sehr lebensnaher Episoden, unterbrochen von wunderbar überspitzten Szenen voll britischem Humor. Die Rolle seines Lebens liefert sicherlich Bill Nighy als alternder Rockstar Billy Mack. Er allein könnte einen Film tragen, doch hier ist er „nur“ das musikalische Bindeglied zahlreicher Episoden.
Eine grosse Überraschung ist Hugh Grant als Premierminister.  Er schafft es doch tatsächlich perfekt, seine stets wiederkehrende Rolle des liebenswerten Schussels glaubwürdig auf diese „seriöse“ Rolle zu übertragen.
Einer einzigen Episode gelingt es nicht, mich zu überzeugen. Die grandiose Laura Linney spielt darin die unglücklich in ihren Kollegen Verliebte, die sich aufopferungsvoll um ihren behinderten Bruder kümmert und dafür auf eine Beziehung verzichtet. In den Kanon des Films, daß Liebe überall zu finden ist, passt zwar diese Handlung sehr gut aber leider fehlt mir hier etwas. Das sehr komplexe Thema überfordert hier wohl schlichtweg den Zuschauer.
Die grosse Entdeckung des Films ist für mich Andrew Lincoln, dessen Charakter Mark die Hochzeit seines besten Freundes organisieren muss, obwohl er unsterblich in die Braut verliebt ist. Ein wahnsinnig cooler Auftritt, der völlig zurecht mit der Hauptrolle in „The Walking Dead“ belohnt wurde. A new star was born!

Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte dies unbedingt nachholen. Ein grandioses Ensemble britischer Darsteller wird unterstützt von kleinen Auftritten Rowan Atkinsons, Claudia Schiffers und Billy Bob Thorntons. Ein Soundtrack zum Verlieben ummalt jede einzelne Episode perfekt. „Love Actually“ ist für mich der grösste Liebesfilm aller Zeiten – in dem nicht ein einziges Mal der Satz „I love you“ fällt!

 

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