Archiv für die Kategorie 1970-79

Unheimliche Begegnung der dritten Art – Director’s Cut

Ja, ich mag die meisten Filme von Steven Spielberg. Richard Dreyfuss sehe ich sehr gerne und eine SciFi-Story schadet für mich ja grundsätzlich nie. Trotzdem hinterließ der Film ein unbefriedigtes Gefühl bei mir und ich konnte mich wieder erinnern, daß ich ihn vor 20 Jahren schon langweilig fand.

Da der Film 1977 ein grosser Erfolg war, gehe ich nun einfach davon aus, daß es an den 35 Jahren auf dem Buckel lag, daß sich meine Begeisterung in Grenzen hielt.
Es gibt grandiose und packende Szenen speziell zu Beginn, als z.B. das Frachtschiff in der Wüste Gobi gefunden wird oder das UN-Team in Indien auf Spurensuche ist. Dafür empfand ich die Haupthandlung um den mehr und mehr verzweifelnden Ufozeugen Roy sehr anstrengend. Die gesamte Handlung entwickelt sich viel zu zäh. Ich hatte permanent das Gefühl, daß ein Drehbuch für 60 Minuten vorlag und man es auf 120 Minuten aufblasen musste.

Effektseitig leistet man sich dafür keine Schnitzer. Selbst für heutige Kinogängeraugen ist alles nahezu perfekt.

Völlig katastrophal empfand ich das Finale. Richard Dreyfuss‘ schauspielerische Leistung friert bei fasziniertem Staunen ein. Das Erscheinen der Raumschiffe wird nervtötend in die Länge gezogen, um sich dann in Effektverliebtheit zu verlieren. Völlig abgeschrieben habe ich den Film dann spätestens bei Auftauchen der Aliens. Hier wäre weniger definitv mehr gewesen. Einfach ein helles Licht und fertig. Aber nein, man muss natürlich noch fürchterlich klischeehafte haarlose Gnome mit grossen Glubschern vor die Kamera jagen – gruselig.

Fazit: Positiv bleibt festzuhalten, daß es Steven Spielberg gelang, den Erstkontakt nicht nur als USA-Show zu zeigen und die Kommunikation per Tonfolgen und Licht recht realistisch wirkt. Auch die Spezialeffekte waren für 1977 herausragend.  Ein etwas strafferes Drehbuch und weniger Effekthascherei hätten ein echtes Meisterwerk entstehen lassen können. So bleibt jedoch nur ein Film, der technisch bereits im 21. Jahrhundert angekommen aber dramaturgisch tief in den 70ern stecken geblieben war.

Wikipedia

, ,

Hinterlasse einen Kommentar

Westworld

Ja, Yul Brynner war ein saucooler Hund! Und endlich habe ich es geschafft, den SciFi-Klassiker von 1973 mit ihm zu sehen! ARTE sei Dank.

Allein die Grundidee ist für die damalige Zeit genial. Ein Freizeitpark der Zukunft bietet seinen Besuchern die Möglichkeit, den Wilden Westen oder das alte Rom zu erleben. Bevölkert wird der Park von Androiden, die als Kanonenfutter oder Gespielinnen dienen. Durch eine Fehlfunktion verlieren die Betreiber jedoch die Kontrolle über die mechanischen Angestellten und die Gäste müssen um ihr Leben kämpfen.

Der Film ist zurecht ein Klassiker. Geschrieben und verfilmt von Michael Crichton, der seine Idee später in „Jurassic Park“ weiter ausbaute, ist dieser Film für die frühen 70er ein Meilenstein. Ich kannte bisher nur die Fortsetzung „Futureworld“ mit Peter Fonda und der Film war auch schon nicht schlecht. In „Westworld“ wird die Spannung allerdings von Yul Brynner noch gesteigert, der als düsterer Revolverheld mit goldenen Kontaktlinsen eine gruselige Gala-Vorstellung abliefert.

Insgesamt ein toller Film, mit leider etwas abruptem Ende, aber so drehte man halt zu der Zeit. Als Überraschung tauchte kurz Majel Barrett als androide Bardame auf – ein zusätzliches kleines Bonbon für Trekkies. Eine absolute Empfehlung von mir! Leider gibt es den Film noch nicht auf BluRay.

Trailer:

 

, , , ,

Hinterlasse einen Kommentar