Archiv für die Kategorie SciFi

Rogue One

Ja, seit Episode VII bin ich nicht mehr nur Star Wars Sympathisant, sondern ein echter Fan geworden.
Umso gespannter war ich jetzt natürlich auf den ersten Film des Franchises, der die Lücke zwischen Episode III und IV schließen soll.
…und er ist wahrlich nicht einfach nur ein Lückenfüller…

rogueone_onesheeta_1000_309ed8f6

Gleich mal vorab das Hauptmanko des Films (zumindest in Deutschland): Die Synchronisation ist eine einzige Frechheit! So eine lieblos hingerotzte Arbeit habe ich in einem Blockbuster noch nie erleben müssen!
Die Stimmen wirkten austauschbar und im Falle des viel zu kurzen Auftritts von Forest Whitaker geradezu lächerlich – ohne Vorwissen hätte ich eine Star Wars Parodie vermutet. Zum Glück hatte ich mich entweder irgendwann dran gewöhnt oder es wurde wirklich besser. Das werde ich nie herausfinden, da ich den Film nie wieder synchronisiert anschauen werde.

rogue-one-a-star-wars-story-1-1

Nun aber zum eigentlichen Film:
Die exakte Spieldauer beträgt 133 Minuten  – die gefühlte Dauer beträgt eine gute halbe Stunde! Hui, das war pralles temporeiches Actionkino des 21. Jahrhunderts!
Das Drehbuch fackelte nicht lange. Ohne großartiges Vorgeplänkel wurde man sofort mitten rein in die Geschichte geworfen und das war gut so. Das ganze politische Drumherum des Star Wars Universums sollte bekannt sein und bei wem das nicht der Fall ist, dem kann es auch egal sein. Der Film wird trotzdem unterhalten.

1280x720-wmj

Visuell konnte der Film bei mir voll punkten. Grandiose Bilder von Sternzerstörern schwebend über antiken Städten, gefolgt von einer liebevoll ausgestatteten Rebellenbasis mit einigen bekannten Anblicken, ein gruselig reanimierter Peter Cushing auf dem selten so gigantisch wirkenden Todesstern und last but definitly not least ein atemberaubender Bodenkampf mit u.a. wunderschön inszenierten AT-ATs konnten mich alten Kinohasen noch ins Staunen versetzen.

landscape-1478279613-rogue-one-star-wars-gillette-at-act-u-wing

Auch die fast unveränderte Optik der Kostüme und Technik der 70er/80er wirkte absolut nicht deplatziert sondern sehr stimmig.

Die Darsteller waren hervorragend ausgewählt – doch leider fast ausschließlich bei den Nebenrollen. Der bereits erwähnte Forest Whitaker als nur kurz angedeuteter Rebelleneremit, Mads Mikkelsen als verzweifelter Erbauer des Todessterns, Ben Mendelsohn als vor Ehrgeiz zerfressener Director Crennic und Donnie Yen als evtl. einziger Jedi des Films konnten mich begeistern – zumindest was man durch die lausige Synchro hindurch erahnen konnte…
Doch warum wurde ein Großteil dieser grandiosen Darsteller regelrecht verheizt? Teilweise nur wenige Minuten Auftritt für Charaktere, von denen man gern mehr wissen wollte!
Und warum machte man sich bei den Hauptdarstellern (sind ja nicht ganz unwichtig für einen Film) und dem Auftreten ihrer Charaktere nicht die gleiche Mühe?
Felicity Jones war entweder total unter- oder überfordert. Darüber muss ich mir nach Sichtung des Films im Original noch klar werden. So wirkte sie austauschbar und als zigfach gesehenes traumatisiertes rebellisches Gör ohne Werte, das ratzfatz zur Rebellion überläuft.
An Captain Cassion Andor kann ich mich jetzt schon zwei Stunden nach dem Film kaum noch erinnern. Kaum Daseinsberechtigung und wurde vom ehemals imperialen Droiden K2SO glatt an die Wand gespielt. Dieser sorgte für einige der wenigen Momente zum Schmunzeln in dem ansonsten eher düsteren Film

Nun zur Story:
Das Grundgerüst der Geschichte war sehr interessant. Endlich wurde erklärt, warum der Todesstern aus Episode IV so eine riesige Schwachstelle hatte.
Jo…das war eigentlich die wichtigste Neuheit für die Saga! Wie die Baupläne des Todessterns zu den Rebellen kamen? Ok, das hat mich nicht so gejuckt.
Aber das Zusammenfinden der rebellierenden Rebellen (!) war unterhaltsam und teilweise witzig geschrieben. Auch war die Mischung der Charaktere sehr gut gewählt.
Aber musste man sie wirklich alle massakrieren? Also wirklich alle!!!
Das war schon eine schwere Kröte für mich zu schlucken, da dies im SW-Universum doch recht ungewohnt war. Es hat aber natürlich schon zur Story des Films gepasst – und natürlich auch dazu, dass keiner der Charaktere in den chronologisch nachfolgenden Filmen auftaucht.

Für mich sehr versöhnlich war dann das letztendliche Finale auf dem Rebellen-Zerstörer. Als erstmals im Film ein Lichtschwert (natürlich von Darth Vader) die Dunkelheit durchschnitt, bekam ich Gänsehaut. Und die nahezu direkte Anbindung an die Ausgangssequenz von Episode IV, sowohl storytechnisch wie auch optisch war ein genialer Kniff in die emotionale filmische Trickkiste, der mich begeistern konnte.

Wie ihr sehen könnt, bin ich hin und her gerissen bei meiner Kritik. Eine endgültige Meinung kann ich mir wohl erst nach dem nächsten Mal Anschauen bilden.
Rogue One ist auf jeden Fall ein Film, der mich erst mal überrollt und beeindruckt hat und der nachwirkt. Das kann ich wahrlich nicht von vielen Filmen behaupten.
Und es war einfach wieder schön, wie schon bei Episode VII, so viele altbekannte Landschaften, Schiffe, Klänge und Kreaturen zu sehen.

Dann lassen wir mal Episode VIII kommen!

 

Hinterlasse einen Kommentar

Torchwood – Miracle Day

Ja, ich war ziemlich nervös, wie die vierte Staffel von Torchwood verlaufen würde. In den Foren und auf Facebook zeigten viele Fans ihren Unmut vor allem über das Finale der Staffel. Heute habe ich nun die letzte Scheibe der BluRay-Box angeschaut.

Die dritte Staffel „Children of Earth“ war in Grossbritannien mit fast 30% Einschaltquote ein Strassenfeger und auch in Deutschland für RTL2 ein grosser Erfolg. In „Miracle Day“ wird nun erneut eine episodenübergreifende Geschichte erzählt. In diesem Fall werden die letzten beiden Torchwood-Mitglieder damit konfrontiert, daß von einer Sekunde auf die andere auf der gesamten Welt kein Mensch mehr stirbt! Man kann weiterhin verletzt werden, erkranken und man altert – stirbt aber nicht mehr.

Was wurde vorab diskutiert, weil Torchwood nun ausser von der BBC auch vom amerikanischen Sender Starz produziert wurde. Natürlich ist der amerikanische (und damit mainstreamige) Einfluss spürbar. Trotzdem blieb für mich der etwas „andere“ Grundcharakter der Serie erhalten. Es gab weiterhin drastische Charakterentwicklungen, skurrile Ideen und einen geheimnisvollen Jack Harkness, der sich homoerotisch austoben durfte (ich kann mir nicht vorstellen, daß alle betreffenden Szenen so in den USA über den Bildschirm flimmerten).


Die britische Hauptdarstellerriege wurde um Mekhi Phifer ergänzt, den ich seit „ER“ toll finde und der sehr gut zur bekannten Mannschaft passte. Dann muss natürlich der grossartige Bill Pullman erwähnt werden! Ich kannte ihn nur als Präsidenten in „Independence Day“ oder als Softie in „Während Du schliefst“. Und dann dieser Auftritt! Ein psychopathischer Kinderschänder mit einer richtig fiesen Fresse, der die Todesstrafe überlebt – die Rolle seines Lebens! Da störte es kaum, daß sein Charakter völlig unnötig für die Gesamthandlung war. Es war eine Freude, seinem Minenspiel zuzuschauen!

Der Staffel war das höhere Budget dank US-Beteiligung deutlich anzusehen. Sowohl Ausstattung wie auch Effekte waren absolut auf Höhe der Zeit. Bis zu den kleineren Nebendarstellern wurde eine tolle Besetzung mit teilweise recht bekannten Namen geboten. Für Star Trek Fans gab es zudem Auftritte von Nana Visitor und John DeLancie.

Natürlich gibt es einige Logiklöcher. Das ist ja schon fast eine feste Tradition bei Torchwood wie auch bei Doctor Who. Zum Beispiel wurde mir nicht klar, was Jacks enttäuschte Liebschaft Angelo für einen Sinn hatte. Genauso ist die Unsterblichkeit von Rex nicht nachvollziehbar. Aber vielleicht hilft uns da eine eventuelle fünfte Staffel weiter.
Auch mit der Auflösung des Phänomens konnte ich sehr gut leben. Die Idee dahinter war natürlich britisch skurril und passte daher für mich sehr gut zur Gesamtstimmung der Serie.
Ich hoffe auf eine Fortsetzung von Torchwood, denn noch längst ist nicht alles über Jack Harkness erzählt – da bin ich mir sicher!

Ein Kommentar

Unheimliche Begegnung der dritten Art – Director’s Cut

Ja, ich mag die meisten Filme von Steven Spielberg. Richard Dreyfuss sehe ich sehr gerne und eine SciFi-Story schadet für mich ja grundsätzlich nie. Trotzdem hinterließ der Film ein unbefriedigtes Gefühl bei mir und ich konnte mich wieder erinnern, daß ich ihn vor 20 Jahren schon langweilig fand.

Da der Film 1977 ein grosser Erfolg war, gehe ich nun einfach davon aus, daß es an den 35 Jahren auf dem Buckel lag, daß sich meine Begeisterung in Grenzen hielt.
Es gibt grandiose und packende Szenen speziell zu Beginn, als z.B. das Frachtschiff in der Wüste Gobi gefunden wird oder das UN-Team in Indien auf Spurensuche ist. Dafür empfand ich die Haupthandlung um den mehr und mehr verzweifelnden Ufozeugen Roy sehr anstrengend. Die gesamte Handlung entwickelt sich viel zu zäh. Ich hatte permanent das Gefühl, daß ein Drehbuch für 60 Minuten vorlag und man es auf 120 Minuten aufblasen musste.

Effektseitig leistet man sich dafür keine Schnitzer. Selbst für heutige Kinogängeraugen ist alles nahezu perfekt.

Völlig katastrophal empfand ich das Finale. Richard Dreyfuss‘ schauspielerische Leistung friert bei fasziniertem Staunen ein. Das Erscheinen der Raumschiffe wird nervtötend in die Länge gezogen, um sich dann in Effektverliebtheit zu verlieren. Völlig abgeschrieben habe ich den Film dann spätestens bei Auftauchen der Aliens. Hier wäre weniger definitv mehr gewesen. Einfach ein helles Licht und fertig. Aber nein, man muss natürlich noch fürchterlich klischeehafte haarlose Gnome mit grossen Glubschern vor die Kamera jagen – gruselig.

Fazit: Positiv bleibt festzuhalten, daß es Steven Spielberg gelang, den Erstkontakt nicht nur als USA-Show zu zeigen und die Kommunikation per Tonfolgen und Licht recht realistisch wirkt. Auch die Spezialeffekte waren für 1977 herausragend.  Ein etwas strafferes Drehbuch und weniger Effekthascherei hätten ein echtes Meisterwerk entstehen lassen können. So bleibt jedoch nur ein Film, der technisch bereits im 21. Jahrhundert angekommen aber dramaturgisch tief in den 70ern stecken geblieben war.

Wikipedia

, ,

Hinterlasse einen Kommentar

Iron Sky

Ja, selten habe ich einem Film so entgegen gefiebert wie „Iron Sky“. Doch konnte der Film die Erwartungshaltung des angeheizten Publikums befriedigen?

Von der Marketingseite wurde nahezu alles richtig gemacht, was man heutzutage nur richtig machen kann. Seit zwei Jahren bekam der interessierte Internetnutzer immer wieder Häppchen des Werks serviert, die Berlinale wurde aufgemischt und auf Facebook brachten die zahlreichen Trailer die Server stets zum Qualmen.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Ja, meine Erwartungen wurden nahezu voll erfüllt.

Allein die Grundidee, daß die Nazis 1945 mit „Reichsflugscheiben“ auf den Mond flüchten konnten und gute 70 Jahre später zum Angriff auf die Erde blasen ist so genial und mutig, daß dies schon fast genügt, einen Riesenspass zu haben. Doch der finnische Regisseur Timo Vuorensola schafft es tatsächlich, mit dem Film eine so ätzende Generalabrechnung mit der US-amerikanischen Politik zu schaffen, daß dem Film höchstwahrscheinlich der Erfolg in Amerika verbaut sein dürfte.
Bei einem Budget von 7,5 Mio. Euro (!) dürfte das jedoch zu verschmerzen sein. Bei aktuellen Hollywood-Blockbustern wird mit dieser Summe der Vorspann entwickelt, die finnisch-deutsch-australische Co-Produktion bringt damit den SciFi-, Humor- und Effektekracher des Jahres auf die Leinwand!

Geradezu entfesselt treiben die Iron Sky – Macher den amerikanischen Wahlkampf, alte Nazi-Legenden, US-Klischees und bekannte SciFi-Handlungsmuster auf die satirische Spitze. Getragen wird dies alles von Effekten, die absolut auf Höhe der Zeit sind und einem sehr gut ausgewählten Ensemble deutscher und amerikanischer Schauspieler. Während Hauptdarstellerin Julia Dietze („1 1/2 Ritter“) für ihre Rolle der schnuckeligen und zuerst naiven Nazibraut noch der Automatik-Schauspielmodus genügt, lässt es Götz Otto („Der Morgen stirbt nie“, „Schindlers Liste“) als durchgeknallter Obernazi richtig krachen! Schade war nur, daß Udo Kier als „Mondführer“ Kortzfleisch fast ein wenig zu kurz kam.
Dies ist auch einer der wenigen Negativpunkte des Films. Ich hatte öfters das Gefühl, daß bei einzelnen Handlungssträngen noch so viel mehr möglich gewesen wäre, bzw. daß der Film schlichtweg mit 90 Minuten viel zu kurz ist. Auch der spektakuläre Nazi-Grosszerstörer „Götterdämmerung“ mit seiner skurrilen Steampunk-Optik, wurde zum Finale hin etwas hastig abgefertigt.

Fazit: Man merkt dem Film seinen fanbasierten Hintergrund im Positiven wie im Negativen an. Auch wenn die Handlung oft noch etwas hätte weiter gehen können, halten die grandiosen, charmanten und wahnwitzigen Ideen stets den Puls des Zuschauers im oberen Bereich.
Auf jeden Fall sollte man das Ende des Abspanns abwarten – zumindest wenn man wissen möchte, in welche Richtung die Handlung der bereits geplanten Fortsetzung gehen dürfte! Egal, wie viele konservative Kritiker diesen Film und seine Handlung in der Luft zerreissen – Iron Sky wird DER Kultstreifen der SciFi-Gemeinde werden.

Und ja, „Der grosse Diktator“ hat 125 Minuten Länge.

Wikipedia (Vorsicht, hier wird die komplette Handlung beschrieben!)

Trailer:

Die ersten vier Minuten des Films:

Ein Kommentar

EUReKA – Die geheime Stadt

Ja, ich habe eine neue aktuelle Lieblingsserie! Ich stehe am Beginn der 4. Staffel „EUReKA“ und habe dies soeben beschlossen.

Die Serie handelt von der amerikanischen Kleinstadt Eureka, die streng geheim und abgeschirmt seit den 1940er-Jahren die talentiertesten Wissenschaftler der ganzen Welt beherbergt. Hauptcharakter ist Jack Carter, der mit seiner Tochter durch einen Autounfall auf Eureka stösst und dort den Posten des Sheriff annimmt.
Wikipedia-Artikel

Die Serie empfinde ich als einen tollen SciFi-Appetizer, da die Zuschauer nicht zwingend SciFi-Fans sein müssen, um die Serie zu mögen. Die Geschichten funktionieren wunderbar als Komödie oder Krimi und der SciFi-Aspekt ist zwar stets gegenwärtig aber oft nicht ausschlaggebend.
Die gesamte Serie ist von dem Running Gag durchzogen, daß der intellektuell minderbemittelt wirkende Sheriff fast jede Situation durch seinen Einfallsreichtum lösen kann, obwohl er von den klügsten Köpfen der Welt umgeben ist. Unterstützt von vielen liebenswerten Charakteren, ordentlichen Effekten, sehr mutigen SciFi-Ideen und einem in jeder Staffel sauspannenden episodenübergreifenden Handlungsbogen vermag einen die Serie in nahezu jeder Episode von Anfang an fesseln.
Allein die Grundidee, daß nahezu alle technischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte in Eureka entwickelt wurden und der Ort immer Jahrzehnte dem Rest der Welt voraus eilt, bringt jede Menge Spass!

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge vernahm ich die Nachricht, daß EUReKA aufgrund der hohen Produktionskosten mit Ende der fünften Staffel eingestellt wird. Mit einem lachenden Auge, da dies ein geplantes Finale ermöglich. Damit kann die Serie harmonisch ausklingen – denn ein abruptes und vor allem offenes Ende hat schon viele tolle Serien zum Schluss hin ruiniert.

Ich freue mich aber nun erst mal auf die vierte Staffel! Hier wird durch mein Lieblingsthema Zeitreise die Welt von Eureka durcheinander gewirbelt und die Hauptcharaktere müssen mit einer veränderten Gegenwart weiterleben. Es ist eine mutige Idee, nach drei Staffeln eine Serie so aufzuwirbeln. Da dadurch aber James Callis (Baltar von Battlestar Galactica) ein neuer Hauptcharakter werden kann, freue ich mich schon allein deswegen darüber!

Auf daß Global Dynamics und Jack Carter wieder einmal die Welt retten!

, , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit

Ja, ich liebe Geschichten mit Zeitreisen! Eine Bruckheimer-Produktion unter der Regie von Tony Scott stellt hier erwartungsgemäß eine gewisse Herausforderung dar.

Ein ATF-Agent versucht in New Orleans einen Terroristen zu finden, der eine Fähre mit über 500 Menschen in die Luft gejagt hat. Hierbei stösst er auf eine Spezialeinheit des FBI, die viereinhalb Tage in die Vergangenheit sehen kann.

Soweit schon mal vorab: Tony Scott und Jerry Bruckheimer sind die Meister der visuellen Ästhetik. Der Film ist durchzogen von Zeitlupen, Rotbraunfiltern und schwarzen Hubschraubern knapp über dem Boden. Man kann zudem von Glück für den Film sprechen, daß sich die Drehbuchschreiber nicht ganz auf den SciFi-Effekt der Handlung verlassen. Denn bei nahezu allem, das sich um die Zeitreisedetails dreht, muss man als Zuschauer einfach auf irgendwas Stabiles beissen und es über sich ergehen lassen.
Ein Wurmloch, das den Raum faltet…OK, kann man mit leben – aber was hat das mit Zeitreise zu tun? Ein Laserpointer, der auf ein Display gerichtet in die Vergangenheit strahlt…OK, Augen zu und durch. Ein wahnsinnskomplizierter und energieaufwändiger Vorgang lässt die Jungs gerade mal ein paar Tage in die Vergangenheit schauen ohne Aufzeichnungsmöglichkeit – und dann kann man plötzlich den ganzen Burschen zurück schicken…OK, Augen zu und durch. Man könnte hier noch so einiges aufzählen.

Jetzt könnte man meinen, der Film wäre totaler Käse. Ich muss jedoch gestehen, daß er mich auch beim zweiten Mal immer noch gefesselt hat. Der Südstaatenflair von New Orleans gerade nach Katrina verleiht dem Film eine ungewöhnliche Note und auch Denzel Washington spielt routiniert den Ermittler mit scharfem Verstand. Die Effekte sind klasse und zurückhaltend eingesetzt. Die Geschichte kann mit mehreren Wendungen und einem Finale überraschen, das einen wirklich am Sessel kleben lässt.
Auch die Szene mit der „mobilen Einheit“ habe ich intellektuell noch nicht verarbeiten können, es war jedoch richtig fetzig, wie der Hauptcharakter durch die Strassen New Orleans brettert, mit dem Verkehr der Vergangenheit auf dem einen Auge – coole Idee, ohne viel Wissenschaft dahinter.

„Déjà Vu“ ist ein Film, der in Erinnerung bleibt, jedoch noch so viel mehr sein könnte, wenn man etwas mehr Wert auf die Logik gelegt hätte. So ist es „nur“ ein fesselnder Thriller mit SciFi-Elementen und wunderschönen Bildern.

, ,

Hinterlasse einen Kommentar

Daybreakers

Ja, ich stehe momentan dank „True Blood“ total auf Vampire. Das hätte ich mir auch nie träumen lassen…
Aus diesem Grund habe ich mir auch den Vampir-SciFi-Film „Daybreakers“ auf BluRay geholt.

Im Jahr 2019 ist nahezu die gesamte Menschheit in Vampire umgewandelt und so langsam gehen die Blut- bzw. Menschvorräte aus. Ein Wissenschaftler, der an der Entwicklung von künstlichem Blut forscht, wird von den letzten lebenden Menschen auf eine alternative Lösung gebracht.

Der Film vereint zwei tolle Genres in sich: Vampire und Science Fiction. Mit den zwei Themen konnte er bei mir von Anfang punkten.
Zu Beginn wird leider viel zu kurz gezeigt, wie sich trotz der Vampir-Epidemie die Gesellschaft technologisch relativ normal weiterentwickelt hat. Es gibt nun unterirdische Gehwege, Autos mit Schutz vor Tageslicht und elektronische Ansagen, wenn der Sonnenaufgang bevorsteht.
Die Besetzung des Films ist mit Ethan Hawke, Sam Neill und Willem Dafoe sehr gut gewählt. Auch die Grundhandlung ist sehr kreativ und abwechslungsreich. Speziell in der zweiten Hälfte wird es mir für meinen Geschmack etwas zu blutrünstig aber das kann einem halt im Vampirgenre gerne mal passieren.
Leider wirkte der Film auf mich etwas zu kurz. Mich hätten einige Aspekte des Vampiralltags noch interessiert und auch das Finale wurde mir etwas zu abrupt beendet. Man wird als Zuschauer etwas unsicher über das Resultat zurückgelassen.

Trotzdem ein sehenswerter Film, der allein durch die Idee mit der „normalen“ Vampirbevölkerung und der Menschheit als Minderheit filmhistorisch in Erinnerung bleiben darf.

, , ,

Hinterlasse einen Kommentar