Beiträge getaggt mit Dialekt

Sommer in Orange

Ja, das ist jetzt schon die zweite bayerische Komödie bei mir innerhalb kürzester Zeit! Und sie ist auch wieder von Marcus H. Rosenmüller, dem Regisseur von „Wer früher stirbt ist länger tot„.

Der Film von 2011 spielt in einem fiktiven bayerischen Dorf, in dem im Jahr 1980 eine Gruppe Bhagwan-Anhänger einen alten Bauernhof erbt und dort einzieht.

Es gelingt dem Regisseur und den Darstellern wunderbar, die Gegensätze und Schrulligkeiten beider Seiten zu zeigen, ohne diese in die Lächerlichkeit zu ziehen – auch wenn man hin und wieder gerade mal noch die Kurve kriegt. Das Interessante war für mich, daß mir manchmal die eingefahrenen Traditionen der bayerischen Ureinwohner befremdlicher vor kamen, als die Rituale der abgehobenen Hippie-Übrigbleibsel!
Leider fehlt dem Film die Bissigkeit und der schwarze Humor seines Vorgängers. Nur in ganz wenigen richtig frechen Szenen zeigt sich, wozu der Regisseur imstande ist. Der restliche Film ist aber trotzdem amüsant und tlw. auch sehr aufschlussreich über die Stimmung im Deutschland der Endsiebziger/Achtziger.
Da die Autorin des Films selbst in einer bayerischen Bhagwan-Kommune aufgewachsen ist, fürchte ich, daß das meiste Gezeigte der Realität entsprach.

Die BluRay ist erwartungsgemäß qualitativ einwandfrei und mit zahlreichen Extras wie geschnittenen Szenen, Outtakes, Making-Of und einer Doku über die stets markante Musik in den Rosenmüller-Filmen ausgestattet. Witzig ist auch die Option der Hochdeutsch-Untertitelung für die bayerischen Sequenzen – war bei mir aber nicht nötig.

Wikipedia

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Willkommen bei den Sch’tis

Ja, ich habe normalerweise so meine Probleme mit französischem Filmhumor. Auch die Tatsache, daß 20 Mio. Franzosen diesen Film zum erfolgreichsten aller Zeiten in Frankreich gemacht haben, konnte mein Misstrauen nur leicht abschwächen.

Die Geschichte des Postbeamten, der aus dem sonnigen Süden in die nordfranzösische Provinz versetzt wird, konnte mich jedoch nach den ersten irritierenden 15 Minuten schnell in ihren Bann ziehen.
Da mein Französisch mittlerweile doch sehr eingerostet ist (hüstl), habe ich den Film synchronisiert angesehen. Was hier geleistet wurde, grenzt an ein Meisterwerk! Für den Sch’ti-Dialekt wurde eine eigene Kunstsprache entwickelt und Gott sei Dank kein deutscher Dialekt zweckentfremdet. Die zahlreichen „Sch“- und Zischlaute erinnern zwar manchmal ein wenig ans Schwäbische, orientieren sich aber sehr dicht an den Eigenheiten des Ch’ti-Dialekts im französischen Original.

Dany Boon, in Personalunion Regisseur, Autor und Hauptdarsteller, gelingt es wunderbar, die Albernheiten zahlreicher französischer Komödien der letzten beiden Jahrzehnte hinter sich zu lassen. Über die komplette Länge des Films entwickelt er eine zunehmende Wärme und auch Ernsthaftigkeit. Dies alles wird durch ein großartiges Schauspielerensemble unterstützt.
Auch die deutschen Stimmen passen sehr gut. Sogar Christoph Maria Herbst wird sehr schnell als Dany Boons Stimme akzeptiert und Michael Lott als Stimme von Kad Merad ist für mich seit den Mark Brandis Hörspielen sowieso ein Ohrenschmaus.

Alles in allem ein weiterer wunderschöner moderner Höhepunkt des europäischen Kinos. Gut gemacht, Dany Boon!

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