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Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Ja, ich habe mir heute erst das große Finale der Harry Potter – Saga angeschaut. Diese Kritik soll aber nicht nur den letzten Teil sondern auch die vorher gehenden Kapitel beleuchten.

Ich war ein Harry Schotter Späteinsteiger. Erst der Trailer zum fünften Film (Orden des Phoenix) zog mich so in den Bann, daß ich ins Kino wollte und dazu natürlich erst die vier Filme davor anschauen musste. Richtig eingefangen wurde ich mit dem dritten Teil „HP und der Gefangene von Askaban“, bei dem ich das erste Mal das Gefühl hatte, einen HP – Film / eine Handlung für Erwachsene zu sehen.
Daraufhin wurden alle Bücher verschlungen inkl. des siebten Buches, das es damals noch nicht im Deutschen gab. Während mich die ersten sechs Bücher jede Sekunde fesselten, musste ich beim letzten Band eine ermüdende Langatmigkeit feststellen. Damals dachte ich: „Perfekt für die Verfilmung! Man kann die Hälfte weg lassen ohne daß es auffällt!“ Da schwante mir nichts Gutes, als der letzte Teil auf zwei Filme verteilt werden sollte…

An den Potter-Büchern begeisterte mich immer die faszinierende Welt, die J.K. Rowling erschaffen hatte und die Emotionalität, die viele der Protagonisten auszeichnete. Den ersten sechs Filmen gelang es so gut wie eben bei einer Verfilmung möglich, dies auf die Leinwand zu retten. Umso fremdartiger wirkt der letzte Teil auf mich.

Bereits im ersten Teil des Finales wirkte die Harry Potter – Welt sehr fremd auf mich. Optik und Stimmung wurden völlig verändert. Zudem übernahm der Film die größte Schwäche des Buches: Unendlich langweilige Szenen ohne jegliche Entwicklung während der Flucht der drei Hauptdarsteller und der Suche nach den Horcruxen. Der erste Teil des Finales hätte mit einer Länge von 10 Minuten den wirklich wichtigen Inhalt vermitteln können.
Da keimte bei mir zumindest die Hoffnung auf, daß dafür der zweite Teil die Handlung richtig straff voran treiben würde. OK, das tat er wirklich. Nur dummerweise blieb der letzte Rest von Charme dabei auf der Strecke.
Nahezu alle Nebendarsteller wurden beiseite gelassen. Ralph Fiennes bot zwar wieder einen herrlich diabolischen Voldemort, doch die Handlung konzentrierte sich fast ausschließlich auf das Trio Harry, Hermine und Ron. Eine Actionszene reihte sich an die andere, der grandiose Alan Rickman, der mit Prof. Snape DIE tragische Figur der gesamten Reihe spielte, wurde mit ein paar Sätzen verheizt. Als dann noch die Schlacht um Mittelerde…Verzeihung…um Hogwarts entbrannte, verabschiedete ich meine Hoffnung auf ein würdiges filmisches Finale. Es wurde gestorben, verbrannt, zermalmt und es juckte niemanden. Nicht einmal eine Minute war es dem Film wert, den Tod von über sieben Filme aufgebauten Charakteren zu bedauern. Schnitt, Musik lauter und weiter ging’s. Bereits nach einer Stunde konnte man spüren, daß den Machern die Zeit davon lief, wo doch noch so viel zu erzählen war.

Dem siebten Buch war es gelungen, mich in der zweiten Hälfte wieder einzufangen. Die Geschichte wurde emotional, tragisch und doch sehr schön zu Ende gebracht. Im Film konnte dann nicht einmal die Abschluss-Szene nach dem Zeitsprung überzeugen. Man braucht ja nicht gleich mit grauen Haaren und Krückstock übertreiben, aber man hätte sich doch ein wenig Mühe geben können, die Darsteller per Maske um 19 Jahre altern zu lassen. So wirkte alles ein wenig lächerlich – wie Kinder, die Mama und Papa spielen.

Zum Abschluss stelle ich fest, daß diese Kritik in einem Verriss geendet hat. Trotzdem war die Harry Potter Filmreihe ein Höhepunkt des modernen Kinos, dem leider das grandiose Finale verwehrt blieb. Mit dem fünften Teil war der Höhepunkt erreicht.

Schön war es trotzdem. „All was well“

Wikipedia

Der Trailer ist auch beim letzten Teil sehr gut geworden:

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