Beiträge getaggt mit Meisterwerk

The Prestige – Die Meister der Magie

Ja, manchmal dauert es bei mir auch bei hochgelobten Filmen etwas länger, bis ich sie mir anschaue. Gestern Abend war dann endlich „The Prestige“ von Batman-Regisseur Christopher Nolan fällig.

Viele Jahre hatte ich schon immer wieder mal kurze Ausschnitte des Films gesehen, die mich sehr neugierig machten aber tlw. auch abschreckten. Erst als ich wenige Szenen von Hugh Jackman mit David Bowie als Nikola Tesla sah, wusste ich, daß ich diesen Film irgendwann anschauen muss.

Gestern Abend war also endlich die BluRay fällig. Und ich wurde nicht enttäuscht – ganz im Gegenteil!

Der nahezu lebenslange Wettstreit zweier Magier in der Zeit um die Wende des 19. zum 20. Jahrhunderts wusste von den ersten Minuten an zu faszinieren. Eine meiner Sorgen, daß der Extremschauspieler Christian Bale einen zu grossen Kontrast zum eher klassischen Darsteller Hugh Jackman bilden würde, erwies sich als belanglos. Die beiden waren perfekt ausgewählt für ihre Rollen.

Visuell ist der Film von Christopher Nolans Bildsprache geprägt, deren optische Wucht fast permanent auf den Zuschauer eintrommelt, so wie er es auch in seinen Batman-Filmen und „Inception“ zeigen konnte. Alle diese Filme verbindet ein extrem markanter Stil in der Art der Ausstattung und der Auswahl der Locations. Faszinierend ist auch, daß der Film keinem Genre zuzuordnen ist. Mal ist er Historiendrama, mal Mystery-Krimi und dann zum Teil sogar Science Fiction. Doch das ist schon fast zu viel Information, ohne eine Menge zu verraten.

Der Auftritt von David Bowie als Nikola Tesla in der Mitte des Film ist wie von mir erwartet ein Highlight, sowohl vom Darstellerischen (obwohl er den kroatischen Akzent nicht gut kopiert) als auch vom Fortschritt der Handlung. Es war sehr schön, den alten Knochen mal wieder in einer tollen Filmrolle zu sehen.

Die restlichen tragenden Rollen sind mit Michael Caine und Scarlett Johannson sehr gut und glaubwürdig besetzt. Gerade Michael Caine zeigt mit seinem Alterswerk einen sehr guten Geschmack bei der Drehbuchauswahl.

Während des gesamten Films dürfte dem Zuschauer klar sein, daß er auf ein „überraschendes“ Finale zusteuern dürfte.
Doch dieser Ausdruck würde dem Filmende nicht gerecht. Nolan gelingt es, über die letzte Viertelstunde einen Handlungsknaller nach dem anderen abzufeuern. Ich hatte in der zweiten Hälfte, wie wahrscheinlich so viele, auch ein paar Theorien über die Auflösung im Kopf – ich war aber immer nur nah dran.

Und die letzten 15 Minuten machen in diesem Fall aus einem ungewöhnlichen aber sehr unterhaltsamen Film ein Meisterwerk der Filmgeschichte, das beim zweiten Anschauen nicht mehr der selbe Film sein wird!

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Rocky Balboa

Ja, ich stehe total auf die Rocky-Filme. Ich gehöre sogar zu denen, die den vierten Teil toll finden (USA gegen UdSSR). Umso nervöser war ich damals, als mit „Rocky Balboa“ der sechste Teil der Saga in die Kinos kam.

Der fünfte Teil der Reihe war langweiliger Käse, der verdient gewaltig floppte. Umso mutiger war es von Sly, die alten Knochen 15 Jahre später nochmal in den Boxring zu tragen und auch gleich wieder Drehbuch und Regie zu übernehmen.

Ich will es kurz machen: „Rocky Balboa“ ist für mich der Höhepunkt der gesamten Rocky-Saga! Sylvester Stallone gelingt das unglaubliche Meisterstück seiner Figur mehr Tiefe zu verleihen, als in sämtlichen Filmen davor zusammen. Zudem spielt er glücklicherweise mit seinem fortgeschrittenen Alter und verfällt keinem peinlichen Jugendwahn.
Sämtliche Rollen sind gut besetzt, einzig sein Gegner Mason Dixon bleibt etwas blass, dabei ist mit Antonio Tarver erstmals ein echter Box-Weltmeister besetzt – aber eben kein begnadeter Schauspieler. Dies kann dem Film jedoch kaum schaden, denn der eigentliche Boxkampf wird hier zur Nebensächlichkeit degradiert – es geht einzig und allein um den ausgemusterten Champion, der mit seiner Vergangenheit abschliessen möchte. Dabei zeigt Sly schauspielerische Höhenflüge, die ich ihm nicht zugetraut hätte.

Natürlich fragt man sich permanent, wie Stallone den Boxkampf und damit die Saga des Underdogs zum Ende führen wird. Hier bestand natürlich die Gefahr, jeglichen Realismus in den Wind zu schiessen. Aber auch hier wird echte Grösse gezeigt und allein für die letzten 5 Minuten und den Abspann gehört dieser Film zu meinen absoluten All-Time-Favorites!

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Love Actually (Tatsächlich…Liebe)

Ja, ich liebe Episodenfilme, die sich am Ende zusammenfügen. Und ich mag Schnulzen, Weihnachtsfilme, Hugh Grant, Bill Nighy, Keira Knightley, Liam Neeson, Alan Rickman und Colin Firth. Wie soll da eine objektive Bewertung dieses Films auch nur ansatzweise möglich sein?

Ich habe „Love Actually“ heute weiss Gott nicht zum ersten Mal gesehen. Er dürfte nach „Spione wie wir“ mein meist gesehener Film sein – zu Weihnachten ist er mittlerweile ein absolutes Muss.

Der Film ist nicht perfekt, doch Drehbuchautor/Regisseur Richard Curtis und das Who’s who der britischen Darstellerwelt sorgen dafür, daß einem dies völlig schnuppe ist! Ich würde die über 2 Stunden noch am objektivsten als populistisch beschreiben. Das Drehbuch möchte mit aller Gewalt die Wünsche des Zuschauers erfüllen – und ich liebe den Film dafür!
„Love Actually“ ist eine emotionale Achterbahnfahrt teils sehr lebensnaher Episoden, unterbrochen von wunderbar überspitzten Szenen voll britischem Humor. Die Rolle seines Lebens liefert sicherlich Bill Nighy als alternder Rockstar Billy Mack. Er allein könnte einen Film tragen, doch hier ist er „nur“ das musikalische Bindeglied zahlreicher Episoden.
Eine grosse Überraschung ist Hugh Grant als Premierminister.  Er schafft es doch tatsächlich perfekt, seine stets wiederkehrende Rolle des liebenswerten Schussels glaubwürdig auf diese „seriöse“ Rolle zu übertragen.
Einer einzigen Episode gelingt es nicht, mich zu überzeugen. Die grandiose Laura Linney spielt darin die unglücklich in ihren Kollegen Verliebte, die sich aufopferungsvoll um ihren behinderten Bruder kümmert und dafür auf eine Beziehung verzichtet. In den Kanon des Films, daß Liebe überall zu finden ist, passt zwar diese Handlung sehr gut aber leider fehlt mir hier etwas. Das sehr komplexe Thema überfordert hier wohl schlichtweg den Zuschauer.
Die grosse Entdeckung des Films ist für mich Andrew Lincoln, dessen Charakter Mark die Hochzeit seines besten Freundes organisieren muss, obwohl er unsterblich in die Braut verliebt ist. Ein wahnsinnig cooler Auftritt, der völlig zurecht mit der Hauptrolle in „The Walking Dead“ belohnt wurde. A new star was born!

Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte dies unbedingt nachholen. Ein grandioses Ensemble britischer Darsteller wird unterstützt von kleinen Auftritten Rowan Atkinsons, Claudia Schiffers und Billy Bob Thorntons. Ein Soundtrack zum Verlieben ummalt jede einzelne Episode perfekt. „Love Actually“ ist für mich der grösste Liebesfilm aller Zeiten – in dem nicht ein einziges Mal der Satz „I love you“ fällt!

 

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Die Verurteilten (The Shawshank Redemption)

Ja, wenn Frank Darabont sich an Stephen King wagt, sind meine Erwartungen seit „The Green Mile“ recht hoch. Dank der aktuellen BluRay-Aktion bei Amazon hat es sich nun ergeben, daß ich endlich den so oft als „besten Film aller Zeiten“ betitelten Streifen anschauen konnte!

„The Shawshank Redemption“ spielt über einen Zeitraum von 20 Jahren und erzählt die Geschichte von Andy Dufresne, der 1947 für den Mord an seiner Frau und ihres Geliebten zu zweimal Lebenslänglich verurteilt wird. Im Gefängnis lernt er „Red“ kennen und über die Jahre entsteht eine tiefe Freundschaft.

Ich bin ein großer Fan von „The Green Mile“ mit Tom Hanks, der ebenfalls nach einer Geschichte von Stephen King von Frank Darabont verfilmt wurde. Vielleicht ist mein Problem, dass ich diesen fünf Jahre später entstandenen Film zuerst sah. „The Shawshank Redemption“ ist auch wunderschön gefilmt und vertont, perfekt besetzt und vermeidet nahezu jedes Klischee. Für die totale Begeisterung fehlten mir jedoch die Emotionalität und die großen Bilder von „The Green Mile“.
Es gibt viele tolle Szenen. Tim Robbins und Morgan Freeman spielen wunderbar aber ich brauche einfach auch ein paar große Momente. Da darf der Komponist ruhig die Sau rauslassen und die Schauspieler alles geben. Das hat mir gefehlt. Es war einfach ein durch und durch ruhiger Film.

Trotzdem war es ein richtig schöner Film, der mich über 140 Minuten in seinen Bann ziehen konnte. Wer weiss, wie ich empfunden hätte ohne das Wissen um die spektakulären Kritiken. Wahrscheinlich ist hier notwendig, den Film irgendwann ein zweites Mal anzuschauen. Es war ja wahrlich keine leichte Kost.
„The Shawshank Redemption“ wird mich aber nicht lange in Gedanken verfolgen – und das ist aber das, was für mich das ganz große Kino ausmacht.

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Willkommen bei den Sch’tis

Ja, ich habe normalerweise so meine Probleme mit französischem Filmhumor. Auch die Tatsache, daß 20 Mio. Franzosen diesen Film zum erfolgreichsten aller Zeiten in Frankreich gemacht haben, konnte mein Misstrauen nur leicht abschwächen.

Die Geschichte des Postbeamten, der aus dem sonnigen Süden in die nordfranzösische Provinz versetzt wird, konnte mich jedoch nach den ersten irritierenden 15 Minuten schnell in ihren Bann ziehen.
Da mein Französisch mittlerweile doch sehr eingerostet ist (hüstl), habe ich den Film synchronisiert angesehen. Was hier geleistet wurde, grenzt an ein Meisterwerk! Für den Sch’ti-Dialekt wurde eine eigene Kunstsprache entwickelt und Gott sei Dank kein deutscher Dialekt zweckentfremdet. Die zahlreichen „Sch“- und Zischlaute erinnern zwar manchmal ein wenig ans Schwäbische, orientieren sich aber sehr dicht an den Eigenheiten des Ch’ti-Dialekts im französischen Original.

Dany Boon, in Personalunion Regisseur, Autor und Hauptdarsteller, gelingt es wunderbar, die Albernheiten zahlreicher französischer Komödien der letzten beiden Jahrzehnte hinter sich zu lassen. Über die komplette Länge des Films entwickelt er eine zunehmende Wärme und auch Ernsthaftigkeit. Dies alles wird durch ein großartiges Schauspielerensemble unterstützt.
Auch die deutschen Stimmen passen sehr gut. Sogar Christoph Maria Herbst wird sehr schnell als Dany Boons Stimme akzeptiert und Michael Lott als Stimme von Kad Merad ist für mich seit den Mark Brandis Hörspielen sowieso ein Ohrenschmaus.

Alles in allem ein weiterer wunderschöner moderner Höhepunkt des europäischen Kinos. Gut gemacht, Dany Boon!

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Gran Torino

Ja, ich liebe Clint Eastwoods Alterswerk. Vor rund zwei Jahren habe ich mich sehr geärgert, daß ich „Gran Torino“ nicht im Kino gesehen habe.
Speziell als die ersten Kritiken von Clint Eastwoods „Meisterwerk“ schwärmten und er verkündete, daß dieser Film sein Abschied vor der Kamera darstellte, hatte ich das Gefühl, einen wichtigen Film verpasst zu haben.

Seit nunmehr einem guten Jahr schlummerte nun die DVD bei mir im Schrank. Irgendwie hatte immer die Zeit gefehlt oder es war einfach nicht der richtige Moment für diesen Film. Heute war es nun endlich soweit. Und ich wurde nicht enttäuscht!

Anfangs war es eine echte Herausforderung, Clint Eastwoods hingerotztes Genuschel zu verstehen. Man gewöhnte sich aber daran, zudem es super zu der Rolle des rauen Walt Kowalski passte.
Das Faszinierende für mich war, daß meine Begeisterung für diesen Film nicht vom Drehbuch gestützt wurde, sondern einzig von der Regie- und Schauspielleistung Eastwoods. Er machte aus diesem teilweise vorhersehbaren Drama ein echtes Schmuckstück in seinem Alterswerk. Wie er mit minimalstem Gesichtsmuskeleinsatz die tiefen emotionalen Veränderungen seines Charakters darstellte, war einfach grandios!
Zudem kann ich nun erstmals die Faszination für Oldtimer nachvollziehen…

Eine glatte Empfehlung für jede Filmsammlung!

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