Beiträge getaggt mit Zeitreise

Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit

Ja, ich liebe Geschichten mit Zeitreisen! Eine Bruckheimer-Produktion unter der Regie von Tony Scott stellt hier erwartungsgemäß eine gewisse Herausforderung dar.

Ein ATF-Agent versucht in New Orleans einen Terroristen zu finden, der eine Fähre mit über 500 Menschen in die Luft gejagt hat. Hierbei stösst er auf eine Spezialeinheit des FBI, die viereinhalb Tage in die Vergangenheit sehen kann.

Soweit schon mal vorab: Tony Scott und Jerry Bruckheimer sind die Meister der visuellen Ästhetik. Der Film ist durchzogen von Zeitlupen, Rotbraunfiltern und schwarzen Hubschraubern knapp über dem Boden. Man kann zudem von Glück für den Film sprechen, daß sich die Drehbuchschreiber nicht ganz auf den SciFi-Effekt der Handlung verlassen. Denn bei nahezu allem, das sich um die Zeitreisedetails dreht, muss man als Zuschauer einfach auf irgendwas Stabiles beissen und es über sich ergehen lassen.
Ein Wurmloch, das den Raum faltet…OK, kann man mit leben – aber was hat das mit Zeitreise zu tun? Ein Laserpointer, der auf ein Display gerichtet in die Vergangenheit strahlt…OK, Augen zu und durch. Ein wahnsinnskomplizierter und energieaufwändiger Vorgang lässt die Jungs gerade mal ein paar Tage in die Vergangenheit schauen ohne Aufzeichnungsmöglichkeit – und dann kann man plötzlich den ganzen Burschen zurück schicken…OK, Augen zu und durch. Man könnte hier noch so einiges aufzählen.

Jetzt könnte man meinen, der Film wäre totaler Käse. Ich muss jedoch gestehen, daß er mich auch beim zweiten Mal immer noch gefesselt hat. Der Südstaatenflair von New Orleans gerade nach Katrina verleiht dem Film eine ungewöhnliche Note und auch Denzel Washington spielt routiniert den Ermittler mit scharfem Verstand. Die Effekte sind klasse und zurückhaltend eingesetzt. Die Geschichte kann mit mehreren Wendungen und einem Finale überraschen, das einen wirklich am Sessel kleben lässt.
Auch die Szene mit der „mobilen Einheit“ habe ich intellektuell noch nicht verarbeiten können, es war jedoch richtig fetzig, wie der Hauptcharakter durch die Strassen New Orleans brettert, mit dem Verkehr der Vergangenheit auf dem einen Auge – coole Idee, ohne viel Wissenschaft dahinter.

„Déjà Vu“ ist ein Film, der in Erinnerung bleibt, jedoch noch so viel mehr sein könnte, wenn man etwas mehr Wert auf die Logik gelegt hätte. So ist es „nur“ ein fesselnder Thriller mit SciFi-Elementen und wunderschönen Bildern.

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